Abiturprüfungen am FSG

zwischen Tradition und Wandel

Das Abitur ist die wichtigste Schulabschlussprüfung in Deutschland, doch das war nicht immer so.
Auf dieser Website wird gezeigt, wie sich die Abiturprüfungen von ihren Anfängen im Jahr 1788 bis heute entwickelt haben. Dabei werden Veränderungen der Prüfungsorte, gesellschaftliche Einflüsse sowie Entwicklungen bestimmter Fächer betrachtet.
Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums unserer Schule wird außerdem versucht, einen Bezug zur eigenen Schulgeschichte hergestellt.

Übersicht - Inhaltliche Themen

Entstehung der ersten Abiturprüfungen 

Wandel des Gymnasiums als Monopol

Begrenzung des Universitätszugangs

Entwicklung der Nachkriegszeit

Der Wandel eines Faches - am Beispiel Deutsch

Der Deutschunterricht in der Rüthener Aufbauschule 

Im Jahr 1951 spielte der Deutschunterricht am Friedrich‑Spee‑Gymnasium in Rüthen eine besonders wichtige Rolle. Er war nicht nur dafür da, den Schülerinnen und Schülern Lesen und Schreiben beizubringen, sondern sollte sie als ganze Persönlichkeit prägen und auf ihr späteres Leben vorbereiten.

Zu Beginn zeigte sich, dass viele Schülerinnen und Schüler noch Lücken in grundlegenden Bereichen hatten. Deshalb legte der Unterricht großen Wert auf die richtige Aussprache, Grammatik und Rechtschreibung. Auch das Verfassen von Aufsätzen wurde intensiv geübt, damit die Jugendlichen lernen konnten, ihre Gedanken klar auszudrücken. Besonders wichtig war dies, weil viele von ihnen aus ländlichen Gegenden kamen und außerhalb der Schule wenig lasen. Der Deutschlehrer übernahm daher die Aufgabe, die Jugendlichen zum Lesen zu ermutigen und sie bei der Auswahl geeigneter Bücher zu begleiten.

Doch der Unterricht ging weit über das Erlernen der Sprache hinaus. Die Lehrer wollten den Jugendlichen helfen, sich selbst und ihre Umwelt besser zu verstehen. In dieser Lebensphase standen viele junge Menschen im Konflikt mit ihrer Umgebung, besonders mit der älteren Generation. Durch das Lesen und Besprechen von literarischen Werken konnten diese Spannungen thematisiert und verarbeitet werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts war zudem die Auseinandersetzung mit Beziehungen zwischen Menschen, insbesondere zwischen Jungen und Mädchen. Diese Fragen stellten für die Jugendlichen oft eine große Herausforderung dar. Literarische Texte halfen ihnen, falsche Vorstellungen zu überwinden und ein reiferes Verständnis zu entwickeln. Dabei zeigte sich oft, dass hinter scheinbar rauem Verhalten viel Einfühlungsvermögen steckte.

In höheren Klassen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiver mit Gedichten, Novellen und Romanen. Sie lern­ten, sich mit den dargestellten Konflikten auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, welche Entscheidungen richtig sein könnten. Dadurch wurden sie angeregt, eigene Standpunkte zu entwickeln und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Gleichzeitig strebte der Deutschunterricht eine tiefere geistige Bildung an. Es wurde erkannt, dass reines Wissen nicht ausreichte. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich auch mit religiösen und philosophischen Fragen beschäftigen. Literatur bot die Möglichkeit, über den Sinn des Lebens, Werte und das menschliche Dasein nachzudenken. So wurde versucht, der einseitigen Ausrichtung auf rein rationales Denken entgegenzuwirken.

Auch das Gemeinschaftsleben spielte eine Rolle. Der Unterricht griff Traditionen wie Feiern oder Laienspiele auf und stärkte so die Verbindung der Jugendlichen zu ihrer Heimat und ihrer Gemeinschaft. Gleichzeitig sollten sie lernen, kritisch zu denken und die Entwicklungen ihrer Zeit zu hinterfragen.

Da die Stoffmenge begrenzt war, wurde im Unterricht bewusst ausgewählt, welche Werke behandelt wurden. Statt möglichst viel Wissen zu vermitteln, legte man Wert auf gründliches Verstehen. Die Schülerinnen und Schüler sollten lernen, Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erkennen und aktuelle Probleme besser zu begreifen.

Am Ende verfolgte der Deutschunterricht ein umfassendes Ziel: Er wollte die Jugendlichen nicht nur bilden, sondern sie innerlich festigen. Sie sollten lernen, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken, sich mit wichtigen Lebensfragen auseinanderzusetzen und ihren Platz in einer sich verändernden Welt zu finden. Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche erschien diese Aufgabe besonders bedeutend.

Achtung: Der Text ist KI-generiert. (Prompt: Verfassen Sie mir auf Grundlage der Texte zum Fach Deutsch einen verständlichen Text.) 

Materialquelle: Rüthener Hefte (Jubiläumsausgabe) 1951; S.13-15

„[die] Zulassungspraxis zu jener Zeit (18. Jahrhundert) [war] chaotisch [...] Jeder junge Mann, der sich durch eine Lateinschule oder Privatlehrer hinreichend vorbereitet fühlte und die Unterstützung der Eltern hatte, konnte zur Universität ziehen [...]."

Rainer Bölling: kleine Geschichte des Abiturs (2010)

„[...] Bewegungs-Gründe zur gewissenhaften Benutzung des Schul-Unterrichts zu geben"

preußische Abiturreglement 1788

Studium war und blieb Standesprivileg.“

Michael Kämper-van de Boogaart, Sabine Reh, Christoph Schindler, Joachim Scholz (Hrsg.): Abitur und Abituraufsätze zwischen 1882 und 1972. Prüfungspraktiken, professionelle Debatten und Aufsatztexte

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